Hier finden Sie Informationen zu:

* Unseren Erwartungen und Leistungen an Sie als Welpenkäufer

* Welpenfütterung

* Der mündige Welpenkäufer


Das erwarten wir von Interessenten an unseren Welpen: 

 

Die Kleinen werden Ihnen sicherlich große Freude bereiten, aber man muss sich darüber im Klaren sien, dass Sie nach der Anschaffung eines Mopswelpen viele Jahre Verantwortung und Arbeit haben werden. Tag für Tag, egal bei welcher Witterung müssen Sie mit ihm/ihr an die frische Luft. Sie sollten daher ein Mensch mit dem Herz an der richtigen Stelle sein, um dem Zwerg ein zuverlässiges, liebevolles und verantwortungsvolles Umfeld zu bieten. Außerdem muss abgeklärt sein, wo der Mops bei einer Vollzeitberufstätigkeit untergebracht und versorgt wird. Er kann nicht den ganzen Tag alleine in der Wohnung bleiben! Hierfür gibt es z.B. Tagespflegestellen für Hunde oder sogenannte "Dogwalker", die sich tagsüber um Ihren Liebling kümmern. 


Wir stehen Ihnen gerne weiterhin zur Seite und geben Ihnen Tipps zur richtigen Haltung und Pflege ihres neuen Familienmitgliedes. Beim Kauf des Hundekindes bekommen Sie zusätzlich nützliche Tipps rund um den Mops mit nach Hause !


So kommen unsere Welpen zu Ihnen:

  • Sie sind mehrfach entwurmt.
  • Sie haben ein tierärztliches Attest ( Gesundheitscheck).
  • Sie sind altersgerecht grundimmunisiert (geimpft).
  • Sie sind mit einen deutschen Mikrochip gekennzeichnet.
  • Sie haben einen europäischen Heimtierausweis(EU-Ausweis).
  • Sie haben eine Ahnentafel (Papiere) eines anerkannten Vereines.
  • Sie bekommen eine umfangreiche Welpenmappe mit vielen Infos und Tipps mit.
  • Sie bekommen zusätzlich das Lieblingsfutter mit.
  • Sie bekommen auch ein umfangreiches Starterpaket, Schmusedecke, Spielzeug usw. mit.

Wir geben die Welpen dem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechend ab - jedoch niemals vor der 9. oder 10. Woche!


Diese wichtigen Punkte müssen vor der Anschaffung unbedingt abgeklärt werden:

  • Hat in Ihrer Familie jemand eine Tierhaarallergie (speziell auf Hundehaar)?
  • Wer versorgt und betreut den Mops, wenn Sie z.B. im Urlaub oder im Krankenhaus sind?
  • Ist ihr Vermieter mit einer Tierhaltung einverstanden?
  • Können Sie mit den regelmäßigen und manchmal auch unerwarteten Kosten umgehen?

Wenn Sie alle Punkte abgeklärt haben, steht dem Erwerb eines Mopszwerges vom Meran des bayerischen Waldes - von beiden Seiten aus - nichts mehr im Wege. 


Sollte es dazu kommen, dass Sie sich von Ihrem treuen Freund trennen müssen, kontaktieren Sie uns bitte umgehend! Wir wollen auf gar keinen Fall, dass einer unserer Meran-Möpse in einem Tierheim landet, ausgesetzt oder verschenkt wird!


Welpenfütterung

So füttern Sie einen Welpen richtig, ein Welpe berichtet:

 

Bisher bin ich nur täglich mit Muttermilch, Welpen-Trockenfutter und anfangs mit frischem Futterbrei gefüttert worden. Um mich bewusst gesund zu ernähren, gab es für mich jeden Tag mit Wasser eingeweichtes premium Welpentrockenfutter, Welpen Nassfutter und oder B. A. R. F. Futter.

 

Bitte füttere mir auf keinen Fall Schweinefleisch, das ist nicht gut für mich!

 

Wie du siehst, bin ich bereits jetzt schon ein Mops der weis was gut ist, was mir nicht schmeckt, werde ich einfach aussortieren! 

 

Wir Mopszwerge vom Meran des bayerischen Waldes werden sehr behutsam aufgezogen. Um 9:00 Uhr morgens startet unser Tag mit einem leckeren Frühstück. Bitte denkt daran, dass ich bei euch keine Geschwister mehr habe und entsprechend auch keinen Futterneid mehr verspüre, also überfüttert mich nicht. Immerhin bin ich ein Mops und kein Rollmops! Frisches Wasser sollte immer zu meiner freien Verfügung stehen.

 

Um 13 Uhr gibt es Mittagessen, eine größere Portion als am Morgen, gemischt aus vielen Leckereien. Lasst euch etwas einfallen und überrascht mich. Um 19 Uhr gibt es Abendessen, weshalb ein kleiner Spaziergang zwischen 21 und 23 Uhr sinnvoll ist, dass ich Nachts kein Malheur in eurer Wohnung hinterlasse.

 

Wenn ich etwas ausgezeichnet gemacht habe, spricht nichts gegen eine Belohnung. Weiche Leckerlis sind mir am liebsten. Auch Kaustangen oder gekühlte Karottenstücke sind sehr wichtig für meine Zähne, die gerade im Zahnwechsel fürchterlich jucken. Gut sind da für mich auch Ochsenziemer, Rinderkopfhaut, Pansen oder getrockneter Strauss. Aber bitte große Stücke, da ich zu kleine Stücke zu schnell schlucken kann und es mir dann vielleicht im Hals stecken bleibt. Wollt ihr mich länger beschäftigen, ohne dass etwas passiert, gebt mir ein schönes Stück Hirschgeweih oder Ochsenhorn. Da kann ich lange Zeit daran herumnagen. Wenn ich ausreichend mit Kau-Snacks versorgt bin, kommen auch keine Möbel, Schuhe oder Ähnliches zu Schaden.

 

Dosenfutter fresse ich auch gerne. Hier müsst ihr auf einen hohen Fleischanteil Acht geben. Es sollte aber etwas Besonderes sein und nicht zur Gewohnheit werden. Denn leider neige ich zu Übergewicht.

 

Wenn ihr mir eine riesige Freude machen wollt, verwöhnt mich mit rohem Rinderhackfleisch.

 

Auch Joghurt, Quark und Ziegenmilch sind Leckereien für mich.


Der mündige Welpenkäufer

Hier haben wir für Sie eine 45-minütige Dokumentation von 3sat,

 

die wir auf der Internetseite von YouTube.com gefunden haben:

 

Qualzucht und ihre Folgen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der mündige Welpenkäufer beeinflusst die Hundezucht!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Man soll nicht glauben, die Entwicklungen der neuen Zeit und ihre wissenschaftlichen Fortschritte würden für Hunde nur Vorteile mit sich bringen. Einerseits gibt es strengere Tierschutzgesetze, eine bessere Hundeausbildung, modernstes Futter, veterinärmedizinische Hochleistungen und die beste Betreuung auf höchstem Niveau. Eine ganz eigene Industrie überlegt täglich, wie man einen Hund noch besser verwöhnen kann. Die Molekulargenetik beim Hund ist mittlerweile so weit, dass man die Hunde für immer von Erbkrankheiten befreien könnte, was schon bis in unsere Medien durchgedrungen ist.

 

 

 

Hingegen ist die andere Seite der Medaille sehr düster: Immer geringeres Platzangebot, in dem Hunde frei laufen können, immer häufiger Leinen- und Beißkorbzwang, und auch eine Erschwerung der Hundezucht und natürlich der Hundehaltung. Und zuletzt immer mehr Krankheiten und Degeneration, deren Ursachen wir hier erörtern wollen und wie Sie als Welpenkäufer dagegen ankämpfen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erörterung:

 

 

 

Die Aufmerksamkeit soll darauf gelenkt werden, wie wichtig eine bessere Aufklärung der Hundeliebhaber ist, damit gesündere, langlebigere, anpassungsfähigere Hunde gezüchtet werden. Der Erwerb eines Welpen sollte kein “Russisches Roulette” sein, mit unvorhersehbaren Leiden und Kosten. Vielmehr wollen Sie für Ihren Hund sicher die beste Lebensqualität und ein langes Leben. Genau das haben Sie als Welpenkäufer in der Hand!

 

Es hat sich gezeigt, dass die Rassehundezüchter es allein nicht schaffen können, wenn die hundeliebende Öffentlichkeit nicht zu einem gut informierten Partner wird. Jeder Welpeninteressent erwartet doch einen Hund von “hoher Qualität” und meint damit einen gesunden, anpassungs- und leistungsfähigen Hund als vierbeinigen Partner im täglichen Leben. Das werden Sie als Welpenkäufer nur dann bekommen, wenn Sie es als Selbstverständlichkeit einfordern und dem Züchter als informierter Interessent gegenüberstehen.

 

Als mündiger Welpenkäufer, der weiß, wie Enttäuschungen, Kummer und finanzielle Verluste durch den Erwerb eines Hundes, der sich später als krank erweist, vermieden werden können. Vor allem aber als Welpenkäufer, der weiß, wie er durch den gezielten Erwerb eines Hundes die Rassehundezucht beeinflussen kann, sodass allein schon dadurch das Risiko beim Hundekauf beträchtlich verringert wird.

 

Prioritäten:

 

Als “mündiger Patient” sind Sie heute ein – nicht immer einfacher – Partner der Ärzte geworden. Genauso können Sie auch ein mündiger Welpenkäufer werden. Was ist Ihnen wichtiger? Das Aussehen des Hundes oder seine “inneren Werte” wie Gesundheit, Anpassungsfähigkeit, Langlebigkeit und gutes Wesen? Der schönste Hund hat geringe Chancen im Leben, wenn er nicht gesund ist . Sie orientieren sich bei der Wahl Ihres Hundes vorwiegend daran, wie er ihnen äußerlich gefällt. Sicherlich nicht daran allein, aber doch in besonderem Maße. Daher werden auch Hunde, sofern sie nicht Gebrauchshunde jeder Art sind, vor allem danach gezüchtet, wie sie aussehen. Jede Rasse hat ihren Rassestandard, der sie beschreibt und wonach der Richter auf Hundeausstellungen sie zu bewerten hat.

 

In der Praxis spielt allerdings die Auslegung des Rassestandards durch den Richter oft eine wesentliche, leider nicht immer positive Rolle. Bei jeder Hundeschau kann man an den begeisterten Emotionen des Publikums sehen, wie wichtig das rein Äußerliche an einem Hund für sie ist. Ausnahmen gibt es, wie gesagt, nur bei Gebrauchshunderassen, die allein nach ihrer Arbeitsfähigkeit beurteilt werden. Eine Zucht, in der auf Leistung geprüfte Hunde eingesetzt werden, erhält die Gesundheit einer Rasse. Nicht selten sind so gezüchtete Hunde infolge ihrer Funktionalität auch sehr schöne Tiere – man denke nur an die Windhunde oder Jagdhunde. Freilich gibt es auch sogenannte Schau-Rassen, bei denen ebenfalls Prüfungen über Gebrauchs- und Zuchtfähigkeit vorgeschrieben sind. Das ist günstig, wenn es sich wirklich um strenge Prüfungen handelt und nicht – wie es leider oft vorkommt – um Alibi-Veranstaltungen. Nur der wirkliche, tägliche Einsatz als Jagd-, Herden- oder sonstiger Gebrauchshund bewirkt auf einfachste Weise, dass eine Rasse gesund bleibt, denn es wird nicht mit solchen gesunden, leistungsfähigen Tieren gezüchtet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Übertreibung oder Verbesserung?

 

Nur ein geringer Prozentsatz der Hunde sind heute noch Gebrauchshunde, bei allen anderen steht das Aussehen zu sehr im Vordergrund. So sehr, dass eine Übertreibung vorhandener Merkmale bei manchen Rassen schon zu einer Karikierung mit schlimmen Folgen für die Lebensqualität der Hunde führt. Diese “Qualzucht” wird noch immer als “Verbesserung der Rasse” verkauft. Dr. Helga Eichelberg vom Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) sagt daher sehr treffend, die angestrebte Verbesserung einer Rasse müsse man als gesunde Konstitution und genetische Vielfalt verstehen.

 

 

 

Werden Gebrauchshunde gezüchtet, ist ihre Leistungsfähigkeit oft beeindruckend. So hat der Mensch eine Hunderasse, den Alaskan Husky, hervorgebracht, der zum ausdauerndsten Säugetier der Welt geworden ist – eine unwahrscheinliche Leistung! Dieser Hund, eine Mischrasse aus Husky (Eskimohund = Hund der Inuit), Vorsteh- und Windhunden, übertrifft bei Schlittenrennen bei weitem die eigentliche nordische Spitze, die Huskys. Diese sind dafür wieder – in ihrer ursprünglichen Form – unerreicht, was die Überlebensfähigkeit in der Arktis betrifft. Werden Hunde aber vorwiegend oder ausschließlich nach einem vorgeschriebenen Standard, also nach Schönheit, gezüchtet, oder was man bei der jeweiligen Rasse dafür hält, gehen geistige und körperliche Funktionen langsam, aber unweigerlich zurück und viele schädliche Faktoren reduzieren allmählich die Gesundheit und Vitalität dieser Rasse.

 

 

 

Typische Probleme der Hunderassen und ihre Bekämpfung!

 

Hunderassen haben jeweils ihre eigene Geschichte. Die meisten sind aus Kreuzungen entstanden und wohl keine ist in früheren Jahrhunderten frei von weiteren Einkreuzungen geblieben. Der damit verbundene Gen-Austausch ist zur Erhaltung eines variablen Genpools notwendig. Sie hätten anders nicht so lange überlebt. Erst seit ca. 150 Jahren ist das infolge der Einführung der Zuchtbücher und der Welpenregistrierungen zur Reinhaltung der Rasse mit dem Verbot von Einkreuzungen unterbunden worden. Dies kann auf die Dauer für die Rassen verderblich sein.

 

 

 

Bisher haben die Hundefreunde mehr oder weniger ohne Murren akzeptiert, was die Hobbyhundezucht ihnen angeboten hat. Es ist wohl an der Zeit, kritischer vorzugehen und zu verstehen, dass die Verbesserung der Qualität von Schau-Rassen heute primär Gesundheit und Wesen bedeuten muss, wenngleich natürlich das Aussehen deshalb nicht vernachlässigt werden sollte.

 

 

 

 

 

 

Drei Regeln, die jeder mündige Welpenkäufer verstehen und beim Erwerb eines Welpen berücksichtigen sollte. Es geht dabei um die Inzucht, den Biotonus der Welpen und um den Erwerb von Welpen bei Züchtern, die sich eher dem “alten Typ” einer Rasse verpflichtet fühlen.

 

 

 

 

 

 

Regel Nummer 1: Inzuchtniveau Gesundheit bedeutet nicht nur, dass alle Erbgesundheitstests erfolgt sind, sondern vor allem auch Freiheit von hohen Werten des Inzuchtkoeffizienten, der die Wahrscheinlichkeit angibt, dass an einem Genlocus beide Genformen (d.h. beide Allele) vom selben Vorfahr stammen. Damit lässt sich mit dem Inzuchtkoeffizienten das genaue Ausmaß der Inzucht darstellen. Wählen Sie nur einen Welpen aus einem Wurf mit niedrigem Inzuchtniveau (soweit in der Rasse derzeit möglich). Soll der Welpenkäufer weniger kranke Hunde erwarten können, muss es Standard werden, dass nach Möglichkeit inzuchtfrei gezüchtet wird. Und zwar möglichst so, dass der sogenannte Inzuchtkoeffizient, der den wahrscheinlichen Verlust an genetischer Vielfalt anzeigt, nicht mehr als 6 Prozent über 6 oder besser 10 Generationen ausmacht. Eine entsprechende Zuchtplanung auf Rassenebene ist also nötig! Schon lange gibt es zahlreiche ausgezeichnete Pedigreeprogramme bei Züchtern und Clubs, mit denen sich der Inzuchtkoeffizient durchberechnen lässt. Uns ist nur ein Rassezuchtclub bekannt, der das derzeit systematisch durchführt und die Inzuchtkoeffizienten der Würfe bekannt gibt. Dies ist der Klub für Österreichische Pinscher, der sich zur Zuchtplanung des Computerprogramms für gefährdete Haustierrassen “Optimate” der Tierärztlichen Hochschule Hannover bedient. So werden die Auswirkungen der Inzuchtdepression minimiert. Natürlich ist das bei vielen Hunderassen derzeit so schnell nicht erreichbar, dazu braucht es Jahre – und viel züchterische Disziplin. Vorläufig kann man in diesen Fällen nur darauf achten, dass die Inzuchtkoeffizienten möglichst niedrig sind und mehr unterschiedliche Rüden (anstatt immer nur ein hochprämierter) in der Zucht verwendet werden.

 

 

 

Regel Nummer 2: Biotonus Die neugeborenen Welpen sind dem Biotonustest zu unterziehen. Der Biotonus-Test nach Eberhard Trumler (beschrieben in “Trumlers Ratgeber für den Hundefreund”, Piper 1987) prüft in den ersten Lebenstagen die Bewegungsfreude und Aktivität neugeborener Welpen. Welpenkäufer sollten verlangen, dass dieser Test mit dem für einen Welpenkauf in Frage kommenden Wurf möglichst in ihrer Anwesenheit vorgenommen wird. So kann man viele spätere Enttäuschungen vermeiden. Ein solcher Biotonus-Test ist die zweite Möglichkeit, bei den Züchtern auf die Vermeidung der Inzucht wie auch auf die so wichtige Selektion auf Vitalität hinzuwirken. Der Welpenkäufer will einen möglichst gesunden Hund mit einem guten Wesen. Den wird er nur dann mit der größtmöglichen Wahrscheinlichkeit erhalten, wenn er sich über das Wesentliche, wie vorhin angeführt, kundig macht. Dadurch kann der Welpenkäufer die Hundezucht beeinflussen, jene Maßnahmen zu ergreifen, die auch in Zukunft die Haltung von Rassehunden einer breiten Bevölkerungsschicht ermöglicht, ohne sich dabei auf ein unzumutbar großes, finanzielles und emotionales Risiko durch Erbkrankheiten der Hunde und Inzuchtdepression einzulassen. Die Macht des Käufers ist groß, wie wir aus allen Bereichen der Wirtschaft wissen. Man muss nur imstande sein, sie auch sinnvoll und entschieden einzusetzen. Eine weitere Quelle für Schmerzen und Leiden ist die schon erwähnte ununterbrochene “Verbesserung” der Schauhunderassen bis zur oder über die Qualzuchtgrenze hinaus. Diese “Verbesserung” besteht darin, dass – auch wieder besonders seit etwa 50 Jahren – jede Rasse jeder anderen, selbst nah verwandten Rasse immer weniger ähnlich aussehen darf. Es sind geradezu Wettbewerbe der Rassen im Gange, wer schneller “unverwechselbar” wird. Man kann diesen Vorgang gut mit Hilfe alter Fotos von Rassehunden verfolgen. So sah der ursprüngliche Chow Chow eher wie ein heutiger Eurasier aus, und auch dem Wolfsspitz war er noch irgendwie ähnlich. Heute kann er wegen der überdimensionierten Augenwulste oft kaum noch sehen, auf der Hinterhand geht er wie auf Stelzen und neigt daher zu Skelettproblemen und Kreuzbandrissen.

 

 

 

Regel Nummer 3: der alte Rassetyp Kaufen Sie, wenn Sie wollen, Hunde mit extremen Merkmalen, aber suchen Sie dazu möglichst Züchter der Rasse, die sich dem “guten alten Typ” verpflichtet fühlen. In den letzten fünfzig Jahren hat sich bei vielen Rassen die Abweichung vom ursprünglichen Erscheinungsbild gefährlich beschleunigt. Leider bei einigen Rassen so sehr, dass ein Zurück zur ursprünglichen Form mit guter Gesundheit schwierig geworden und manchmal nur mehr durch Einkreuzung zu bewerkstelligen ist. Wenn man aber weiß, wie viel zum Beispiel in der Zucht des Mopses eingekreuzt wurde, ohne dass das ursprüngliche Aussehen und seine Eigenschaften dank entsprechender Selektion verloren gegangen sind, dann wird man sich mit Einkreuzungen anfreunden können. Denn dadurch vermeidet man, dass der Hund leidet, wie eben bspw. viele Möpse lebenslang Atembeschwerden haben. Wenn es um Zwerghunde geht, wählen Sie keine extrem kleinen Typen, keinesfalls die sogenannten “Teetassenhunde” (teacup dogs), die man leider immer häufiger auf der Straße sieht. Sie sind ganz besonders durch Gesundheitsprobleme gefährdet, wie auch die übermäßig großen Rassen. Es gibt bereits Clubs, die z.B. Möpse ohne übertriebene Merkmale züchten oder etwa die "kontinentale Bulldogge" (Continental Bulldog) aus der Schweiz, der eine weit bessere Lebensqualität aufweist als die heutige Englische Bulldogge. Wenn gut aufgeklärte Hundefreunde die Partner der Hundezüchter sind, ist zu hoffen, dass der extreme Trend der Hundezucht ein Ende finden wird. Rassehundezüchter sollten nicht länger dem Wettbewerbszwang zu einem ständigen modischen Wandel folgen. Das hat sich als katastrophal erwiesen und könnte sich in Zukunft besser dort abspielen, wo nicht ein Jahrhunderte altes Kulturgut, die Hunderassen, gefährdet wird, nämlich bei den sogenannten "Designer Dogs". Die Designer Dog-Welle, die gewiss auch ihre Problematik hat, könnte daher in Zukunft die Aufgabe erfüllen, eine Vielfalt neuer Hundebilder hervorzubringen und damit indirekt die Zucht des Rassehundes von den Geißeln der Inzucht und der “Umzucht” befreien. Der Rassehund ist ein Produkt der kreativen Züchtung, dessen Qualität nicht nur in seinem Aussehen liegen kann und darf. Es liegt im Interesse der Hundebesitzer, aber auch in dem der Züchter, dass sie von der Zucht Hunde fordern, die möglichst nur mehr zum Impfen und Entwurmen den Tierarzt sehen müssen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hintergrund Information:

 

Die guten und die schlechten Gene. Idealerweise sollte eine Rasse von vielen, am besten etwa tausend Stamm- oder Gründertieren abstammen, die möglichst nicht miteinander verwandt sind. Dies erfolgte früher aus einer weit verbreiteten sogenannten Landrasse von Gebrauchshunden. Diese Hunde haben dann viele verschiedene Genformen (Allele) auf den verschiedenen Genpositionen (Genloci, Einzahl Genlocus) der Erbsubstanz aufzuweisen. Diese vielen Allele entsprechen ebenso vielen “Werkzeugen” für das tägliche Leben, konkret geht es um Eiweißformen (Proteine). Je größer deren Vielfalt, umso besser wird ein Hund mit den Herausforderungen des Lebens zurechtkommen können.

 

 

 

Abstammung heutiger Rassen:

 

Viele Rassen stammen von wenigen, vielleicht dazu noch verwandten Stammtieren ab. Dies bedeutet unvermeidlich Inzucht, die dann zur Erzielung eines einheitlichen Rassebildes auch weiterhin ganz bewusst angewendet wird. Anfangs war dies durchaus erforderlich, doch dann wurde die Inzucht übertrieben. Dadurch entstanden die typischen Erbkrankheiten der verschiedenen Rassen, sowie eine sogenannte Inzuchtdepression, welche die Vitalität schwächt. Heute müsste man – auch ohne Inzucht – allein mit Selektion zur Erhaltung des Erscheinungsbildes einer Rasse auskommen. Wieso gibt es eigentlich “schlechte Gene”? Die Erbsubstanz des Hundes besteht aus ca. 20.000 Genen. Durch schädliche Umwelteinflüsse werden manche verändert, d.h. mutiert. Da es jedoch immer zwei Formen (Allele) von jedem Gen gibt und das unbeschädigte, gesunde Gen sich meist durchsetzt (d.h. dominiert), bleibt ein solcher Hund meist gesund. Bei Inzucht bekommt die Nachzucht öfter zwei defekte Genformen, die dann beide den gleichen Genort besetzen. Dies hat zur Folge, dass der Hund krank wird.

 

Von Dr. Hellmuth Wachtel

 

 

 

 

 

Literatur und Quellen:

 

F.c.F. Calboli et al., Population structure and inbreeding from pedigree analysis of purebred dogs, Genetics, Vol. 179,593-601, 2008.

Helga Eichelberg, Hundezucht: Erfolgreich züchten auf Gesundheit, Leistung und Aussehen, Kosmos 2006.

D.N. Irion et al., Analysis of Genetic Variation in 28 Dog Breed Populations With 100 Microsatellite Markers, J. Heredity 4(1): 81-87; 2003.

E. Trumler, Trumlers Ratgeber für den Hundefreund, Piper 1987.

Quelle: Hundemagazin WUFF – 12/08 – 01/09